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Montag, 9. Oktober 2006

Beinamputierter bei der DEULA Schleswig-Holstein zum Busfahrer ausgebildet

Bundesweit kein vergleichbarer Fall bekannt

„Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“. Unter diesem Spruch stand die Ausbildung von Udo Rehberg zum Busfahrer. Er hatte durch einen Verkehrsunfall seinen linken Oberschenkel verloren. Die Deutsche Rentenversicherung Bund hatte die Kostenübernahme für diese Umschulung zugesagt. „Wir unterstützen die Bemühungen von Udo Rehberg, wieder einen festen Arbeitsplatz zu bekommen", betonte Manfred Donicht, Geschäftsführer der DEULA Schleswig-Holstein GmbH am 5. Oktober 2006.

Im März 2006 kam Rehberg erstmalig der Gedanke einer Umschulung zum Busfahrer. Gemeinsam mit der Deutschen Rentenversicherung wurde die Umschulung besprochen und schließlich genehmigt.

                Informationen zum Lebensweg von Udo Rehberg:

Er wurde am 16.05.1961 in Grevesmühlen geboren, ist verheiratet, Vater von einem Kind und lebt mit seiner Familie in Dissau bei Stockelsdorf. Von 1976 bis 1979 wurde er zum Fleischer ausgebildet und arbeitete in diesem Beruf bis zum Jahr 1985, in dem er die Ausbildung zum Fleischermeister begann und 1988 erfolgreich zum Abschluss brachte. Ab 1988 arbeitete er als Betriebsleiter in einer Fleischerei in Dassow.
Im Juli 2003 ereignete sich dann der Verkehrsunfall, der zum Verlust des linken Oberschenkels führte und einen Krankenhausaufenthalt bis zum November 2003 notwendig machte.
In der Zeit von November 2003 bis Dezember 2004 fand eine Rehabilitations-Maßnahme mit integrierter Berufsfindung statt, die ohne Erfolg blieb.
Ab Anfang 2005 bis August 2006 arbeitete Herr Rehberg trotz Behinderung in seinem Beruf, bis die Firma geschlossen wurde.

Nach einigen vergeblichen Versuchen, eine geeignete Fahrschule zu finden, fanden im Mai 2006 erste Kontakte zwischen Dieter Mumm von der DEULA Schleswig-Holstein und Rehberg statt.

Nachdem ein Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis der Klasse D (für Kraftomnibusse) gestellt wurde, verlangte die Fahrerlaubnisbehörde ein amtsärztliches Gutachten, in dem die bedingte Eignung zum Führen von Kraftomnibussen testiert wurde.

Rehberg wird allerdings nur Kraftomnibusse mit Automatik fahren dürfen, eine Ausstattung, die im öffentlichen Personennahverkehr üblich ist.

Unerwartete Schwierigkeiten traten ein, als es darum ging, ein geeignetes Fahrschulfahrzeug zu stellen. Durch Kontakte zur Hamburger Hochbahn gelang es der DEULA Schleswig-Holstein, ein Fahrzeug für die Ausbildung zu beschaffen.

Nun stand der Ausbildung zum Busfahrer gem. Fahrschüler-Ausbildungsordnung nichts mehr im Wege. Die Ausbildungsordnung verlangt 58 Fahrstunden ä 45 min., die in 33 Stadtfahrten, 12 Überlandfahrten, 8 Autobahnfahrten und 5 Nachtfahrten unterteilt sind. Jährlich werden bei der DEULA Schleswig-Holstein etwa 30 Busfahrer ausgebildet, Tendenz steigend.

Die Ausbildung eines Behinderten zum Busfahrer ist für die DEULA eine besondere Herausforderung. Uns ist kein vergleichbarer Fall bekannt, betonte Manred Donicht abschließend.